Textfeld: Geld ist keine Rede).
Ulrike Draesner: Schwitters / Penguin
Anspruchsvoller Einblick in das Leben des Dadaisten und Surrealisten Kurt Schwitters, der als entarteter Künstler ins Exil nach Norwegen und England gehen musste. Der Abschied von seiner Frau in Hannover, die Flucht mit dem Sohn, eine neue Liebe, das künstlerische Schaffen der letzten 10 Jahre seines Lebens und die Bewahrung des Erbes bilden den Handlungsrahmen. Selten haben sich Kunst und Künstler so eindrucksvoll in der Sprache und dem Duktus eines Buches widergespiegelt. Ein Genuss für Lese-Erfahrene!
Fabio Geda: Ein Sonntag mit Elena / hanserblau
Ein Witwer kocht für seine Familie, die versetzt ihn und auf einem Spaziergang trifft er eine junge Frau mit ihrem Sohn. Und nach dieser Begegnung ändern alle drei ihr Leben. Wunderbar stille Geschichte.
Charlotte McConaghy: Zugvögel / Fischer
Warum macht sich eine junge Frau mit einem Seelenverkäufer auf, den Weg der letzten Seeschwalben über das leergefischte Meer von der Arktis bis in die Antarktis zu verfolgen? Ist sie auf der Flucht oder sucht sie sich selbst in den wütenden Stürmen umgeben von harten Männern, bei denen sie sich augenscheinlich wohlfühlt. Eine außergewöhnliche verletzte Frau in einem poetischen und doch brutalen Roman. Super.
Jane Gardam: Robinsons Tochter / Hanser Berlin
Ein kleines Mädchen wächst ab 1903 bei bigotten Tanten im Norden Schottlands auf und findet ihr einziges Glück in Büchern. Vor allem in Robinson Crusoe. Er lebt wie sie auf einer Insel, ohne menschliche Wärme, er organisiert allein sein Leben, er nimmt jeden Tag als eine Herausforderung. Aber taugt das für ein ganzes Frauenleben? Sie bleibt ihrem Vorbild in Freud und Leid treu und lebt in stürmischen Zeiten ein selbstbestimmtes Leben. Ein wunderbares Buch!
Kristof Magnusson: Ein Mann der Kunst / Kunstmann
Ein Kunstfreunde-Verein möchte einem berühmten Maler, der sich selten in der Öffentlichkeit zeigt, ein Museum schenken und bittet um Audienz. Der Maler lässt sich bitten und entlarvt sich und seine Großmannssucht genauso wie das Ego des Bildungsbürgertums. Eine herrlich subtile ironische Betrachtung unseres Kunstbetriebes.
Peter Probst: Wie ich den Sex erfand / Kunstmann
Lausbubengeschichten in den 70er Jahren: Ein 12jähriger Ministrant versucht die Rätsel der körperlichen Liebe zu lösen inmitten einer verklemmten Umwelt, schweigenden Eltern, unwissenden Freunden und strafenden Lehrern. Herrlich beobachtetes Zeitkolorit, witzig geschrieben und mit Herz Textfeld: Julian Barnes: Der Mann im roten Rock / KiWi
Achtung kein Roman, sondern ein beeindruckendes Sachbuch aus der Feder einer meiner Lieblingsautoren. Die Geschichte von Samuel Pozzi (1846 -1918), einem charismatischen Mediziner, und seinen Freunden in Literatur, Politik, Kunst und Wissenschaft. Ein intellektuelles Lese- und Seh-Vergnügen aus der Welt des untergehenden 19. Jahrhunderts in Frankreich und England.
Jonas Jonasson: Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte / C.Bertelsmann
Überbordend, skurril und phantastisch ist die Geschichte eines Kunsthändlers und seines Untergangs – inszeniert von seiner betrogenen Ehefrau und einem schwedischen Massai. Fast genauso so schrill wie der „Hundertjährige“, doch leider zu lang und zu lahm im Abgang. 
Rose Tremain: Die innersten Geheimnisse der Welt / Insel
Ende des 19. Jahrhundert erlebt eine junge Frau die Freuden der Liebe zu einer Frau. Sie gibt einem heiratswilligen Arzt aber eine Chance. Ein richtiger Schmöker mit tollem Personal und Zeitkolorit. Ein echter pageturner, der nach Fortsetzung schreit!
Anette Mingels: Dieses entsetzliche Glück / Penguin
15 Leben, 15 Geschichten in einer Kleinstadt in Virginia. Toll erzählt, weitläufig verknüpft. Für Häppchenleser eine absolute Empfehlung! Aber ich mag die epische Breite weniger Handlungsstränge doch mehr!
Volker Kutscher: Olympia / Piper
Der achte Band (für mich der erste) mit Ermittler Gereon Rath rund um die Olympiade 1936. „Babylon Berlin“ geschaut zu haben war hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Wendungsreicher, schlüssiger Krimi aus einer spannenden Zeit macht Appetit auf mehr! 
Michael Christie: Das Flüstern der Bäume /Penguin
Bäume prägen diese kanadische Familiengeschichte über fast  150 Jahre. Sie brachten das Vermögen, den Tod, den Hass, die Liebe und sind in der Zukunft Überreste einer untergehenden intakten Umwelt. Ein Abenteuerroman vom Feinsten, klug konstruiert, spannend und mitreißend. 
Daniel Glattauer: Die Liebe Geld / Zsolnay
Ein kleines Verschenkebuch für Ihren Bankberater: Ein kleiner Mann und sein Spießrutenlauf bei der Bank, um an sein gespartes Geld zu kommen. Nur um festzustellen, dass ihn die Bankbeamten lieben und alle seine Wünsche erfüllen – statt Bargeld auszuzahlen. Eine aberwitzige Groteske unter dem Motto: Wir machen den Weg frei (von

Aktuell gelesen

Textfeld: gelöst. 
Kate Elizabeth Russell: Meine dunkle Vanessa / 
C. Bertelsmann
Eine 15jährige Collegestudentin hat ein Verhältnis mit ihrem 20 Jahre älteren Professor. Ist es die große Liebe oder Missbrauch? Diese Frage beschäftigt sie ihr verkorkstes Leben lang bis 20 Jahre später die Metoo-Debatte entbrennt. Und sich andere Frauen melden. Ein Roman, der zu Diskussionen über Abhängigkeiten einlädt, der psychologisch fein durchdacht und spannend geschrieben ist. Ein Roman mit Langzeitwirkung!
Alexa Hennig von Lange: Die Wahnsinnige / DuMont
Hat Johanna von Kastilien wirklich diesen Beinamen verdient? Oder war sie nicht nur ein Spielball der Mächtigen? Aufbegehrend, eigensinnig, lebenslustig und freiheitsliebend. Und dafür ihr Leben lang von Mutter, Ehemann, Vater und Sohn eingekerkert und von ihren vier Kindern ferngehalten. Auf 200 Seiten eine erhellende Innenschau einer mächtig ohnmächtigen Frau. 
Jocelyne Saucier: Was dir bleibt / Insel
Was treibt eine alte Frau dazu, sich ohne Gepäck auf eine verzwickte Zugreise zu machen und dabei eine selbstmordgefährdete lebensuntüchtige Tochter zurückzulassen? Ein zugbegeisteter Lehrer macht sich Jahre später auf Spurensuche und lernt dabei einen ganzen Kosmos von Menschen kennen, die im nördlichen Kanada ungewöhnliche Schicksale haben. Eine mäandernde stille Geschichte mit Happyend.
Daniel Mellem: Die Erfindung des Countdowns / dtv
Hermann Oberth, der Begründer der Raketenwissenschaft, ist eine tragische Gestalt. Ein schlechter Ehemann und Vater, ein getriebener Wissenschaftler ohne Erfolg, immer im Schatten von Wernher von Braun stehend. Aber durch ihn auch mitgenommen auf die Reise nach Peenemünde und Amerika. Eine klar erzählte Lebensgeschichte von einem, der in der Technik die große Verheißung für eine friedliche Zukunft sah. Eine tolle Lektüre nicht nur für Männer.

 

Mein Buch

des Monats:

            

               Julien Barnes

 

        Der Mann im roten

                    Rock

 

Kiepenheuer & Witsch

 

Textfeld: Literatur-Lesung: hören und genießen        Ulrike Wolz       85591 Vaterstetten        08106/7255       ulrike.wolz@onlinehome.de

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