Rose Tremain: Lily – Eine Rachegeschichte / Insel

1850:  Ein Baby wird in London von einem Polizisten gefunden und Lily landet bei einer liebevollen Pflegefamilie. Doch mit sechs Jahren muss sie zurück ins Waisenhaus und erlebt Schreckliches. Als junge Frau arbeitet sie als Perückenmacherin und bei der Suche nach ihrer Mutter begeht sie ein Verbrechen. Bei der Wieder-Begegnung mit dem Polizisten, muss sie sich entscheiden: Liebe oder Wahrheit? Wie immer von der Autorin brillant geschriebenes Porträt einer zerrissenen tatkräftigen Frau.

Thomas Krüger: Erwin, Mord und Ente / Heyne

Erster Band einer nicht ganz neuen witzigen Krimi-Reihe aus Ostwestfalen mit herrlichen Dialekt-Einschüben und einer Laufente als Hilfs-Ermittler.

Dirk Schümer: Die schwarze Rose / Zsolnay

Der Gegenpapst in Avignon plant 1320  einen großen Coup zur Festigung seiner Macht. Ein Dominikaner soll vor die Inquisition und sein junger Helfer entwickelt sich beim Händel mit intriganten Kardinälen, blutrünstigen Soldaten und gelehrten Franziskanern zu einem mittelalterlichen James Bond. Toll recherchiert und brillant geschrieben! .

Thomas Krüger: Erwin, Mord und Ente / Heyne

Erster Band einer nicht ganz neuen witzigen Krimi-Reihe aus Ostwestfalen mit herrlichen Dialekt-Einschüben und einer Laufente als Hilfs-Ermittler

Anne Müller: Das Lied des Himmels und der Meere / Penguin

1872 Eine junge Frau aus Schleswig wandert nach Kalifornien aus, um als Gesellschafterin zu arbeiten und findet die Liebe. Herz und Schmerz mit einer großartigen Frauenfigur, stimmige Milieu Studien, herrlich ironische Briefwechsel mit der daheimgebliebenen Schwester.

 Fanny Andre: Zwei am Meer / DuMont

Eine 82jährige trifft auf dem Begräbnis ihres Sohnes ihre Exschwiegertochter wieder und beide beschließen ihre Depressionen mit einer gemeinsamen Reise durch die Normandie und die Bretagne zu lindern. Eine leise stille feel-good-Geschichte mit herrlichen Reiseeindrücken.

Castle Freeman: Herren der Lage / Hanser

Der Sheriff von Cardiff in Vermont soll ohne Aufsehen nach der verschwundenen Tochter eines Millionärs suchen – so will es ein geheimnisvoller Anwalt. Der äußerst lakonische selbstironische Gesetzeshüter gerät in einen filmreifen Strudel von Gewalt und Intrigen und muss sich auch noch mit einem wildgewordenen Eber auseinandersetzen. Schon allein wegen der herrlichen Titelfigur sollte man diese prallen 180 Seiten lesen.

Volker Widmann: Die Molche / DuMont

Nachkriegszeit in einem bayerischen Dorf: Die Eltern müssen arbeiten, die Lehrer sind streng und das Geld knapp. Der 11jährige Max wird von einer Kinderbande gepiesackt und schiebt sich die Schuld am Tod des Bruders zu. Wie er seine

Judith W. Taschler: Über Carl reden wir morgen / Zsolnay

Das Leben von vier Generationen einer Familie aus dem Mühlviertel von 1820 – 1920 wird intensiv beschrieben. Auf jeder der knapp 500 Seiten passiert so viel, dass man den Eindruck hat, man hat vier Bücher gelesen über Ehen, Kinder, Politik, Wirtschaft und das schwere Leben am Ende der Welt. Supertolle Familiengeschichte mit Aussicht auf Fortsetzung.

Helga Bürster: Eine andere Zeit / Insel

Die Geschichte von zwei Schwestern aus einem kleinen Ort in der DDR. Die eine flieht und kommt nie wieder, die andere bleibt und leidet ihr Leben lang an ihrem Verschwinden. Für mich nicht überzeugend.

Erik Fosnes Hansen: Zum rosa Hahn / KiWi

Für Liebhaber von Märchen und surrealen Welten, in denen die Gesetze der Physik und der Realität nicht gelten und in denen weiße Mäuse die Herrschaft übernehmen,  ist dieses verrückte Buch voller Humor und überraschenden Einfällen ein Traum, aus dem man nicht aufwachen möchte.

Julia Schoch: Das Vorkommnis / dtv

Als eine uneheliche Tochter des Vaters auftaucht, führt das nicht  zu einer Aufdeckung von Familiengeheimnissen, sondern eher zu Fragestellungen zu Liebe, Ehe, Familie. Autofiktionale Neupositionierung, super für Diskussionen.

Maggie Shipstead: Kreiseziehen / dtv

Geschichte der Fliegerin Marian, die 1950 als erste die Umrundung der Erde in der Längsachse wagte. 60 Jahre später soll ihr Leben verfilmt werden und die Hauptdarstellerin findet die Erklärung für ihr Verschwinden. Spannend für Flug- und Filmfreaks mit Interesse für starke Frauenfiguren.

Markus Orths: Tante Emmas letzter Tanz / dtv

Ich konnte herzlich lachen über die Familie, die den Tod von Tante Emma vortäuschte, um die Familie am Totenbett zu vereinen. Witzig, skurril und liebevoll.

Monika Peetz: Sommerschwestern / KiWi

Bekanntes Thema, sehr unterhaltend aufbereitet: Vier Schwestern - sie könnten unterschiedlicher nicht sein – treffen sich an ihrem alten Ferienort am Meer. Die Mutter hat sie eingeladen, um Neuigkeiten zu verkünden. Soll endlich das nicht aufgearbeitete Trauma um den frühen Tod des Vaters an just diesem Ort aufgearbeitet werden?

Jane Gardam: Mädchen auf den Felsen / Hanser

Ein Sommer am Meer. Die achtjährige streng religiös erzogene Margaret erfährt durch ihr Kindermädchen Lydia was Freiheit heißt und erkundet ihre kleine Welt. Als plötzlich der alte Freund ihrer Mutter auftaucht und ihr Vater Gefallen an Lydia findet, bekommt das Familienidyll Risse. In typisch Gardam-Manier geschriebene, leicht ironische, subtil beschriebene Geschichte von der Auflösung einer bigotten Familie.

Textfeld: Aktuell gelesen

Einsamkeit und seine Ängste überwindet, wird liebevoll und sinnenreich skizziert. Die Natur und seine Molche helfen ihm dabei 

Esther Kinsky: Rombo / Suhrkamp

1976 Erdbeben in Oberitalien mit tausend Toten. Wie haben die Menschen das erlebt, wie hat sich die Natur verändert? Kenntnisreiche, exzessive Gesteinsbeschreibungen und mäandernde Erzählweise machen die Lektüre sehr anspruchsvoll, die sprachliche Gestaltung aber ist phantastisch.

Vendela Vida: Die Gezeiten gehören uns / Hanser Berlin

Die Geschichte um eine Mädchenfreundschaft in einer Reichensiedlung in San Franzisko hat mich nicht überzeugt. Die Abhängigkeit von der stets Lügen erzählenden Freundin ist nicht schlüssig.

Delphine de Vigan: Die Kinder sind Könige / DuMont

Ein Mädchen verschwindet und die Polizei vermutet eine Entführung im Follower-Milieu. Denn die beiden Geschwister waren Stars auf ihrem eigenen you-tube-Kanal für Kleidung, Spielzeug und Ernährung. Erschütterndes und realistisches Buch über den Missbrauch durch Eltern beim Zurschaustellen ihrer Kinder.

Markus Gasser: Die Verschwörung der Krähen / C.H.Beck

London um 1700: Daniel de Foe, legte sich als Autor von Robinson Crusoe mit allen Autoritäten an und verbrachte viel Zeit im Gefängnis. Er war Unternehmer, Journalist, Kirchengegner, Geheimagent wider Willen und Intimfeind Queen Annes und fühlte sich in der Unterwelt wohler als in seinen Kreisen. Sprachlich hervorragend, anspruchsvoll im Plot.

Dror Mishani: Vertrauen / Diogenes

Inspektor Avi Avraham hat mit zwei Fällen zu tun: einer Kindsaussetzung und dem Verschwinden eines Touristen. Er gerät in ein Labyrinth aus Gewalt und Täuschung, das ihn bis nach Paris führt und nicht nur mit dem Mossad in Konflikt bringt. Spannend und geheimnisvoll.

Marie Benedict: Mrs. Agatha Christie / KiWi

Das bis heute unaufgeklärte 11tägige Verschwinden der Krimi-Autorin wird hier phantasievoll und spannend mit einer Ehekrise und einer Selbstinszenierung geschildert. Schöner Schmöker.

 

Mein Buch

des Monats:

            

        Judith W. Taschler

 

    Über Carl reden wir morgen

      Zsolnay

Textfeld: Literatur-Lesung: hören und genießen        Ulrike Wolz       85591 Vaterstetten        08106/7255       ulrike.wolz@onlinehome.de

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