Charles Lewinsky: Sein Sohn / Diogenes

Lous wird anno 1800 in einem Waisenhaus abgegeben und sein Kostgeld für 18 Jahre im Voraus bezahlt. Als Erwachsener steckt er unzählige Tiefschläge weg und als er endlich sein Glück findet, zerstört er es selbst, immer auf der Suche nach seinen wohl vermögenden Eltern. Super spannend nach einer wahren Geschichte.

Alex Capus: Susanna / Hanser 

Susanna wandert mit ihrer verliebten Mutter von Basel nach NY aus und wird eine begehrte Porträtmalerin. Ein von einem Foto gefertigtes Porträt von Sitting Bull führt die Frau zusammen mit ihrem Sohn in den wilden Westen. Faszinierendes Porträt einer unerschrockenen, pragmatischen Frau mit herrlichen Szenen.

Ian McEwan: Lektionen / Diogenes

Ein unspektakuläres Leben vor den großen Ereignissen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Roland wird von seiner Klavierlehrerein verführt, sucht ähnliche Erfahrungen bei seiner Frau Alissa, die ihn aber mitsamt dem Baby verlässt, um eine große Schriftstellerin zu werden. Große moralische Fragen (was prägt uns, was macht das Weltgeschehen mit dem Individuum?) werden beantwortet in einem großen Erzählfluss mit hinreißenden Spots. 800 Seiten Anspruch und Leselust.

Hernan Diaz: Treue / Hanser Berlin

Ein literarisches Puzzle: Das Leben eines superreichen Börsengurus der 20er Jahre und seiner Ehefrau wird aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt: als fiktiver Roman, als angebliche Lebensbeichte, als Ghostwriter-Erfahrung und als Tagebuch. Faszinierend und verwirrend!

Négar Djavadi: Die Arena / C.H.Beck

Paris und seine Problemviertel sind die Kampfarena für Einwanderer, Emporkömmlinge, gewaltbereite Jugendliche, überforderte Polizisten und Junkies. Aus einem vermissten Handy erwächst eine Katastrophe mit vielen Toten. Opulente Hintergrundgeschichte mit wachsender Spannung erzählt.

Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter/  KiWi

Ein Kind beobachtet, wie der Vater das Übergewicht der Mutter als Grund für sein ganzes berufliches und privates Scheitern anführt.  Die erwachsene Tochter versucht in der Rückschau eine Analyse. Ein Buch über subtile Gewalt, Kleinbürgertum und vergebliche Versuche einer starken Frau, sich zu behaupten. Super!

Alex Schulmann: Verbrenn all meine Briefe / dtv

Die leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen der Ehefrau eines äußerst eifersüchtigen, besitzergreifenden Schriftstellers und einem Autor, der dieser aussichtslosen Liebe sein Leben widmet. Eine wahre Geschichte aus Schweden, die als berührender Roman daherkommt.

Aktuell gelesen 

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Celeste Ng: Unsere verschwundenen Herzen / dtv

Nach einer großen Depression ist in den USA schnell ein Schuldiger ermittelt: China. Es beginnt eine Hetzjagd auf alles asiatische, Karrieren werden zerstört, Kinder den Eltern weggenommen. Birds Mutter verschwindet von selbst, um ihr Kind zu schützen; doch der Junge macht sich auf die Suche nach der Mutter und findet sie als Dichterin im Untergrund. Eine spannende Dystopie und ein Plädoyer für alle verschleppten Kinder der Welt mit einem fantasievollen Plot und einer überraschenden Auflösung.

Judith W. Taschler: Über Carl reden wir morgen / Zsolnay

Das Leben von vier Generationen einer Familie aus dem Mühlviertel von 1820 – 1920 wird intensiv beschrieben. Auf jeder der knapp 500 Seiten passiert so viel, dass man den Eindruck hat, man hat vier Bücher gelesen über Ehen, Kinder, Politik, Wirtschaft und das schwere Leben am Ende der Welt. Supertolle Familiengeschichte mit Aussicht auf Fortsetzung.

Helga Bürster: Eine andere Zeit / Insel

Die Geschichte von zwei Schwestern aus einem kleinen Ort in der DDR. Die eine flieht und kommt nie wieder, die andere bleibt und leidet ihr Leben lang an ihrem Verschwinden. Für mich nicht überzeugend.

Erik Fosnes Hansen: Zum rosa Hahn / KiWi

Für Liebhaber von Märchen und surrealen Welten, in denen die Gesetze der Physik und der Realität nicht gelten und in denen weiße Mäuse die Herrschaft übernehmen,  ist dieses verrückte Buch voller Humor und überraschenden Einfällen ein Traum, aus dem man nicht aufwachen möchte.

Julia Schoch: Das Vorkommnis / dtv

Als eine uneheliche Tochter des Vaters auftaucht, führt das nicht  zu einer Aufdeckung von Familiengeheimnissen, sondern eher zu Fragestellungen zu Liebe, Ehe, Familie. Autofiktionale Neupositionierung, super für Diskussionen.

Maggie Shipstead: Kreiseziehen / dtv

Geschichte der Fliegerin Marian, die 1950 als erste die Umrundung der Erde in der Längsachse wagte. 60 Jahre später soll ihr Leben verfilmt werden und die Hauptdarstellerin findet die Erklärung für ihr Verschwinden. Spannend für Flug- und Filmfreaks mit Interesse für starke Frauenfiguren.

Markus Orths: Tante Emmas letzter Tanz / dtv

Ich konnte herzlich lachen über die Familie, die den Tod von Tante Emma vortäuschte, um die Familie am Totenbett zu vereinen. Witzig, skurril und liebevoll.

Monika Peetz: Sommerschwestern / KiWi

Bekanntes Thema, sehr unterhaltend aufbereitet: Vier Schwestern - sie könnten unterschiedlicher nicht sein – treffen sich an ihrem alten Ferienort am Meer. Die Mutter hat sie

Textfeld: Literatur-Lesung: hören und genießen        Ulrike Wolz       85591 Vaterstetten        08106/7255       ulrike.wolz@onlinehome.de

eingeladen, um Neuigkeiten zu verkünden. Soll endlich das nicht aufgearbeitete Trauma um den frühen Tod des Vaters an just diesem Ort aufgearbeitet werden?

Jane Gardam: Mädchen auf den Felsen / Hanser

Ein Sommer am Meer. Die achtjährige streng religiös erzogene Margaret erfährt durch ihr Kindermädchen Lydia was Freiheit heißt und erkundet ihre kleine Welt. Als plötzlich der alte Freund ihrer Mutter auftaucht und ihr Vater Gefallen an Lydia findet, bekommt das Familienidyll Risse. In typisch Gardam-Manier geschriebene, leicht ironische, subtil beschriebene Geschichte von der Auflösung einer bigotten Familie.

 Rose Tremain: Lily – Eine Rachegeschichte / Insel

1850:  Ein Baby wird in London von einem Polizisten gefunden und Lily landet bei einer liebevollen Pflegefamilie. Doch mit sechs Jahren muss sie zurück ins Waisenhaus und erlebt Schreckliches. Als junge Frau arbeitet sie als Perückenmacherin und bei der Suche nach ihrer Mutter begeht sie ein Verbrechen. Bei der Wieder-Begegnung mit dem Polizisten, muss sie sich entscheiden: Liebe oder Wahrheit? Brillant geschriebenes Porträt einer zerrissenen Frau.

Thomas Krüger: Erwin, Mord und Ente / Heyne

Erster Band einer nicht ganz neuen witzigen Krimi-Reihe aus Ostwestfalen mit herrlichen Dialekt-Einschüben und einer Laufente als Hilfs-Ermittler.

Dirk Schümer: Die schwarze Rose / Zsolnay

Der Gegenpapst in Avignon plant 1320  einen großen Coup zur Festigung seiner Macht. Ein Dominikaner soll vor die Inquisition und sein junger Helfer entwickelt sich beim Händel mit intriganten Kardinälen, blutrünstigen Soldaten und gelehrten Franziskanern zu einem mittelalterlichen James Bond. Toll recherchiert und brillant geschrieben! .

Thomas Krüger: Erwin, Mord und Ente / Heyne

Erster Band einer nicht ganz neuen witzigen Krimi-Reihe aus Ostwestfalen mit herrlichen Dialekt-Einschüben und einer Laufente als Hilfs-Ermittler