Textfeld: Donatella di Pietrantonio: Arminuta / Kunstmann
Eine 13Jährige wächst bei liebevollen wohlhabenden Eltern auf. Doch eines Tages wird sie ohne Kommentar zu ihren „leiblichen“ Eltern zurückexpediert. Sie kommt in eine ärmliche raue Umgebung mit vielen Geschwistern und versteht die Welt nicht mehr. Nach und nach kommt sie hinter das Geheimnis ihres Umzugs. Während sie einen Weg zurück sucht, entwickelt sie neue Bindungen und begreift, wie viel verschiedene Facetten die Liebe hat und was eine wahre Mutter ausmacht. Tolles Thema!
Jane Gardam: Weit weg von Verona / Hanser Berlin
Schnoddrig und altklug schreibt eine 13Jährige Engländerin über ihre Zeit im 2. Weltkrieg, über ihre erste Liebe, über ihre seltsamen Eltern und ihren großen Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Sie eckt stets an, doch gibt nicht auf. Eine wunderbare kleine Geschichte übers Erwachsenwerden und die Geburtsstunde einer echten Autorin.
Christian Maintz: Vom Knödel wollen wir singen /  Kunstmann
Herrliche Gedichte-Sammlung über Essen und Trinken, Hobbyköche und Wurstverkäuferinnen. Damit kann man jedes Menü aufpeppen!
Wolfram Fleischhauer: Das Meer / Droemer
Nach der Lektüre dieses Oköthrillers werden Sie keinen Fisch mehr essen: Radikale Umweltaktivisten wissen sich keinen Rat mehr, um auf die skrupellose Fisch-Mafia und die Überfischung aufmerksam zu machen, als Fische in großem Maße zu verseuchen. Menschen werden krank und sterben, die EU-Behörden hecheln in ihren Maßnahmen gegen beide Gruppen hinterher. Liebe, Verbrechen, weltweite Schauplätze und ein  total aktuelles Thema machen die Spannung dieses tollen Buches aus. 
Marcelo Figueras: Das schwarze Herz des Verbrechens / Nagel & Kimche
In den 50er Jahren erschien in Argentinien der Tatsachenroman „Das Massaker von St. Martin“ von Rodolfo Walsh, in dem er die Hinrichtung von 12 unschuldigen Männern durch die Polizei anprangerte. Figueras beschriebt nun in seinem anspruchsvollen Roman, wie Walsh recherchierte, wie Literatur in einer Diktatur funktioniert, wie Fiktion die Realität beeinflusst und was Schreiben mit dem Autor macht. Spannend, philosophisch und hoch politisch
Elizabeth H.Winthrop: Mercy Seat / Beck
Eine  bekannte Geschichte, literarisch herausragend erzählt: Ein junger Schwarzer, angeklagt wegen Vergewaltigung, wartet in der Todeszelle auf seine Hinrichtung. Alle, wirklich alle,  wissen, dass er unschuldig ist, keiner wagt zu protestieren. Was geht in den letzten Stunden in den Dorfbewohnern, Eltern, Anklägern und dem Henker vor? Ein stimmiges Psychogramm

Aktuell gelesen

Seite 2

Textfeld: und ein überraschendes (aber wahres) Ende. Toll!
J. Courtney Sullivan: All die Jahre / Zsolnay
Zwei Schwestern aus Irland wandern nach N.Y. aus. Die Pflichtbewusste ist bereits verlobt, die Leichtlebige wird schwanger. Nach 40 Jähriger Trennung treffen sie sich auf einer Beerdigung wieder: der Älteste der vierfachen Mutter ist bei einem Autounfall gestorben, die andere kommt aus dem Kloster. Eine wunderbare Familiengeschichte um Pflicht und Hingabe, um das Schweigen als Liebeskiller. Schön!
Kent Haruf: Lied der Weite Diogenes
Colorado: Eine 17jährige wird schwanger und ihre Lehrerin bringt sie bei zwei alten einsilbigen Männern auf einer Ranch  unter. Aus anfänglichem Protest wird stille Hilfe. Wunderbar anrührende Geschichte mit einigen genauso tollen Nebengeschichten. Das müssen Sie lesen (Fortsetzung erscheint im Herbst)!
Wioletta Greg: Unreife Früchte / Beck
Ein kleines Dorf in Polen, 70er Jahre: Aus der Sicht eines Kindes werden kleine Geschichten über den Wahnwitz des Sozialismus und die Bigotterie des Katholizismus erzählt. Frust und Freude auf dem Land. Wunderbare witzige Miniaturen.
Domenico Starnone: Auf immer verbunden / DVA
Ein altes Ehepaar mit zwei erwachsenen Kindern blickt auf ein Eheleben zurück, das nicht immer glücklich war. Als der Ehemann Briefe findet, die ihn an seine große Liebe erinnern, für die er die Familie für einige Zeit verlassen hatte, merkt er, dass alle ein falsches Leben im richtigen gelebt haben. Tolle Ehegeschichte aus drei Perspektiven auf 170 Seiten! Spannend und nachdenkenswert. 
.Tommi Kinnunen: Wege die sich kreuzen / DVA
Eine universelle das ganze 20. Jahrhundert umspannende Familiengeschichte aus Finnland mit drei starken Frauenfiguren, die das Leben nördlich des Polarkreises hart und stumm  gemacht hat. Das Leben der Familie wird chronologisch  aus vier Perspektiven in Situationen geschildert, die teilweise Jahre auseinanderliegen. So entstehen zunächst Leerstellen, die erst durch die Schilderungen der anderen dann aufgefüllt werden. Das macht das Buch unglaublich spannend bis zur letzten Seite. Lesen!
David Foenkinos: Lennon DVA:
Das Leben von John Lennon aus seiner eigenen Perspektive. Der Autor legt ihn auf die Coach eines Psychiaters und wir sind live bei seinem Geplapper dabei. Nicht nur für Beatle-Fans erhellend.. 
Laetitia Colombani: Der Zopf / S. Fischer
Eine sizilianische Perückenmacherin, eine Inderin, die für ein besseres Leben ihr Haar opfert und eine ehrgeizige amerikanische  Anwältin, die durch eine Krebsbehandlung ihr Haar verliert – das sind die drei Heldinnen des Romans, die Textfeld: Literatur-Lesung: hören und genießen        Ulrike Wolz       85591 Vaterstetten        08106/7255       ulrike.wolz@onlinehome.de
Textfeld: durch ihr Haar miteinander verbunden sind. Gut erzählte Frauenschicksale in sehr unterschiedlichen Welten. 
Andrew Sean Greer: Mister Weniger / S. Fischer
Mutiger Pulitzerpreis für einen Roman mit fast ausschließlich homosexuellen Figuren. Ironisch, witzig und satirisch nimmt der Autor die Ängste eines alternden Liebhabers aufs Korn, der um die Welt reist, um der Hochzeit seines Geliebten zu entkommen. Ein außergewöhnlicher Ausflug in die Schriftsteller-Szene.
Arno Geiger: Unter der Drachenwand / Hanser
Diesen Roman wollte ich nicht gut finden, habe ihn dann aber fasziniert gelesen. 1944 am Mondsee: Ein junger Soldat nutzt eine Verwundung, um ein Jahr lang wieder als Zivilist zu leben, den Menschen in anderen und in sich zu entdecken. Der Krieg verblasst, greift aber immer wieder ein in das Schicksal der Menschen um ihn herum. Ein langsames stilles Buch, ein Highlight des Jahres.
Petra Hartlieb: Wenn es Frühling wird in Wien / DuMont
Fortsetzung des Büchleins Winter in Wien um die Liebe des Buchhändlers Otto und des Kindermädchens von Arthur Schnitzler. Entzückend! 
Janet Louis: Die Frau, die liebte / dtv
Ein unvergesslicher französischer Kriminalfall im  16. Jahrhundert: Ein lang vermisster Ehemann und Vater kehrt zurück und wird von allen wieder erkannt und akzeptiert. Nur die Ehefrau hat Zweifel und strengt einen Prozess um seine Identität an, bei dem alle verlieren. Eine tolle Geschichte auf 130 Seiten!
weitergeben möchte. Mit hilfreichen Tipps und einem Plan, wie man vorgehen sollte.
Alex Beer: Der zweite Reiter / Blanvalet TB
Erster Band einer neuen Krimiserie um August Emmerich, der im Nachkriegswien von 1919 für Ordnung sorgt. Solide Krimikost in außergewöhnlichem historischen Ambiente. Gerade erschienen bei Limes der 2. Band Die rote Frau.
Arno Carmenisch: Der letzte Schnee / Engeler
Für Liebhaber der kleinen Form: Zwei Männer betreiben einen kleinen Schlepplift in Graubünden und warten auf Schnee und Touristen. Dabei räsonieren und philosophieren sie auf Deutsch, Rätoromanisch, Schwyzerdütsch und italienisch. Witzig, klug und ganz besonders!