Textfeld: Ulrike Draesner: Schwitters / Penguin
Anspruchsvoller Einblick in das Leben des Dadaisten und Surrealisten Kurt Schwitters, der als entarteter Künstler ins Exil nach Norwegen und England gehen musste. Der Abschied von seiner Frau in Hannover, die Flucht mit dem Sohn, eine neue Liebe, das künstlerische Schaffen der letzten 10 Jahre seines Lebens und die Bewahrung des Erbes bilden den Handlungsrahmen. Selten haben sich Kunst und Künstler so eindrucksvoll in der Sprache und dem Duktus eines Buches widergespiegelt. Ein Genuss für Lese-Erfahrene!
Charlotte McConaghy: Zugvögel / Fischer
Warum macht sich eine junge Frau mit einem Seelenverkäufer auf, den Weg der letzten Seeschwalben über das leergefischte Meer von der Arktis bis in die Antarktis zu verfolgen? Ist sie auf der Flucht oder sucht sie sich selbst in den wütenden Stürmen umgeben von harten Männern, bei denen sie sich augenscheinlich wohlfühlt. Eine außergewöhnliche verletzte Frau in einem poetischen und doch brutalen Roman. Super.
Jane Gardam: Robinsons Tochter / Hanser Berlin
Ein kleines Mädchen wächst ab 1903 bei bigotten Tanten im Norden Schottlands auf und findet ihr einziges Glück in Büchern. Vor allem in Robinson Crusoe. Er lebt wie sie auf einer Insel, ohne menschliche Wärme, er organisiert allein sein Leben, er nimmt jeden Tag als eine Herausforderung. Aber taugt das für ein ganzes Frauenleben? Sie bleibt ihrem Vorbild in Freud und Leid treu und lebt in stürmischen Zeiten ein selbstbestimmtes Leben. Ein wunderbares Buch!
Michael Christie: Das Flüstern der Bäume /Penguin
Bäume prägen diese kanadische Familiengeschichte über fast  150 Jahre. Sie brachten das Vermögen, den Tod, den Hass, die Liebe und sind in der Zukunft Überreste einer untergehenden intakten Umwelt. Ein Abenteuerroman vom Feinsten, klug konstruiert, spannend und mitreißend. 
Peter Probst: Wie ich den Sex erfand / Kunstmann
Lausbubengeschichten in den 70er Jahren: Ein 12jähriger Ministrant versucht die Rätsel der körperlichen Liebe zu lösen inmitten einer verklemmten Umwelt, schweigenden Eltern, unwissenden Freunden und strafenden Lehrern. Herrliches Zeitkolorit, witzig geschrieben und mit Herz gelöst. 
Kate Elizabeth Russell: Meine dunkle Vanessa / 
C. Bertelsmann
Eine 15jährige Collegestudentin hat ein Verhältnis mit ihrem 20 Jahre älteren Professor. Ist es die große Liebe oder

Aktuell gelesen

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Textfeld: Missbrauch? Diese Frage beschäftigt sie ihr verkorkstes Leben lang bis 20 Jahre später die Metoo-Debatte entbrennt. Und sich andere Frauen melden. Ein Roman, der zu Diskussionen über Abhängigkeiten einlädt, der psychologisch fein durchdacht und spannend geschrieben ist. Ein Roman mit Langzeitwirkung!
Alexa Hennig von Lange: Die Wahnsinnige / DuMont
Hat Johanna von Kastilien wirklich diesen Beinamen verdient? Oder war sie nicht nur ein Spielball der Mächtigen? Aufbegehrend, eigensinnig, lebenslustig und freiheitsliebend. Und dafür ihr Leben lang von Mutter, Ehemann, Vater und Sohn eingekerkert und von ihren vier Kindern ferngehalten. Auf 200 Seiten die Innenschau einer mächtig ohnmächtigen Frau. 
Jocelyne Saucier: Was dir bleibt / Insel
Was treibt eine alte Frau dazu, sich ohne Gepäck auf eine verzwickte Zugreise zu machen und dabei eine selbstmordgefährdete lebensuntüchtige Tochter zurückzulassen? Ein zugbegeisteter Lehrer macht sich Jahre später auf Spurensuche und lernt dabei einen ganzen Kosmos von Menschen kennen, die im nördlichen Kanada ungewöhnliche Schicksale haben. Eine mäandernde stille Geschichte mit Happyend.
Fabio Geda: Ein Sonntag mit Elena / hanserblau
Ein Witwer kocht für seine Familie, die versetzt ihn und auf einem Spaziergang trifft er eine junge Frau mit ihrem Sohn. Und nach dieser Begegnung ändern alle drei ihr Leben. Wunderbar stille Geschichte.
Daniel Mellem: Die Erfindung des Countdowns / dtv
Hermann Oberth, der Begründer der Raketenwissenschaft, ist eine tragische Gestalt. Ein schlechter Ehemann und Vater, ein getriebener Wissenschaftler ohne Erfolg, immer im Schatten von Wernher von Braun stehend. Aber durch ihn auch mitgenommen auf die Reise nach Peenemünde und Amerika. Eine klar erzählte Lebensgeschichte von einem, der in der Technik die große Verheißung für eine friedliche Zukunft sah. Eine tolle Lektüre nicht nur für Männer.
Jean Paul Dubois: Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise / dtv
Der Prix Goncourt Gewinner 2020 ist ein herzerwärmendes menschliches Buch über das Leben eines Hausmeisters, bei dem eines Tages die Sicherungen durchbrennen und er im Gefängnis landet. Ein Buch voll tragikomischer Lebenslektionen  
Rye Curtis: Cloris / C.H.Beck
Eine 72jährige Frau überlebt einen Flugzeugabsturz in der Wildnis und macht sich allein auf den Weg zur Zivilisation. Eine Textfeld: Literatur-Lesung: hören und genießen        Ulrike Wolz       85591 Vaterstetten        08106/7255       ulrike.wolz@onlinehome.de
Textfeld: Rangerin hört ihren unverständlichen Funkspruch und macht sich ihrerseits auf die Suche. Zwei ungewöhnliche mit rauem Humor gesegnete Frauenfiguren: die eine lässt sich verdammt Zeit mit dem Nachhausekommen, die andere kann den Tag nur mit Merlot überleben. Und zum guten Schluss haben beide eine neue Sicht auf ihr Leben. Und wir ein super Buch gelesen!
Ewald Arenz: Alte Sorten / DuMont
Eine schwer Erziehbare büxst aus einem Heim aus und trifft die junge Witwe, die ihren Bauernhof allein bewirtschaftet. In der harten gemeinsamen Arbeit nähern die zwei sich an und können endlich über all das sprechen, das ihr Leben belastet. Ein wunderbares Buch über Freundschaft und köstliche Birnen.
Jaques Poulin: Volkswagen Blues / Hanser
Von Quebec bis nach San Francisco geht die Fahrt von Jack im VW-Bus, immer auf der Suche nach seinem verschwundenen Bruder Theo. Gemeinsam mit einer Tramperin und ihrem Kater erkundet er Städte und Landschaften. Die Schönheit des Kultromans des großen kanadischen Autors erschließt sich mir allerdings nicht.
Martina Borger: Wir holen alles nach / Diogenes
Ein wunderbarer kleiner Roman mit Happyend rund um aktuelle Themen: die Einsamkeit des Alters, die Überforderung von berufstätigen Müttern, die Vernachlässigung von Kindern, die Probleme einer Patchworkfamilie, der Verdacht von Missbrauch, Hunde als Allheilmittel. Und trotzdem gelungen!
Richard Roper: Das Beste kommt noch / Wunderlich
Das gabs noch nie: Einen Nachlassverwalter als Titelfigur!  Der sehr einsame und zurückgezogen lebende Andrew kümmert sich um die Begräbnisse von einsam Verstorbenen. Sein vor Kollegen mühsam aufgebautes Lügengebäude um ein glückliches Familienleben mit  Frau und Kindern droht einzustürzen, als Peggy als neue Kollegin auftaucht. Aber auch die hat ihr Päckchen zu tragen. Wie sich die beiden einander allmählich öffnen, ist mit solchem Humor und Einfühlungsvermögen geschrieben, dass es das Herz jedes Lesers wärmt! 
Patrick Hofmann: Nagel im Himmel / Penguin
Ein hochbegabter junger Mann aus dem ländlichen Sachsen macht sich auf, eines der großen mathematischen Rätsel der Welt zu lösen. Er ist ein Gefangener seiner Familiengeschichte und seiner Einsamkeit, schwankend zwischen abgrundtiefer Verzweiflung und geistigem Höhenflug, abhängig von wohlmeinenden geduldigen Professoren und komplizierten Frauen. Ein toller Trip in die Sphären der höheren Mathematik